Wilde Wassersportgerätehalden - das ausufernde Problem!
2026 Bezirkskoalition will illegale Bootslagerung beenden und Alsterufer schützen
"Die Bezirkskoalition aus SPD, CDU und FDP in Hamburg-Nord will die illegale Lagerung von Kanus, Kajaks und SUP-Boards an der Alster und ihren Kanälen beenden. Ziel ist es, die sensiblen Uferbereiche besser zu schützen und als Natur- und Erholungsraum langfristig zu erhalten.
Die Alsterufer zählen zu den ökologisch wertvollsten und zugleich beliebtesten Freiräumen im Bezirk. Nach Schätzungen von Naturschutzverbänden wie BUND und NABU lagern dort inzwischen mehr als 800 Wasserfahrzeuge illegal. Diese Entwicklung stellt eine zunehmende Belastung für Natur und Umwelt dar und kann nach Auffassung der Bezirkskoalition nicht länger hingenommen werden.
Das unkontrollierte Abstellen der Boote führt zu erheblichen Schäden: Ufervegetation wird zerstört, Böden verdichtet und Brutgebiete von Wasservögeln wie Haubentauchern und Schwänen werden verdrängt. Hinzu kommt eine schleichende Umweltbelastung, da viele Boote aus Kunststoffen bestehen, die durch Witterungseinflüsse Mikroplastik, Weichmacher und Harze an Boden und Wasser abgeben.
Bislang fehlt jedoch eine klare rechtliche Grundlage, um wirksam gegen diese Form der Sondernutzung vorzugehen. Während für Schrottfahrräder im öffentlichen Raum etablierte Verfahren existieren, gibt es für illegal gelagerte Wasserfahrzeuge bislang keine eindeutigen Regelungen.
Vor diesem Hintergrund hat die Bezirksversammlung einen gemeinsamen Antrag von SPD, CDU und FDP beschlossen. Darin wird das Bezirksamt aufgefordert, sich bei der zuständigen Fachbehörde mit Nachdruck für eine rechtssichere Regelung zur Lagerung von Kanus an der Alster und an weiteren Hamburger Gewässern einzusetzen. Zugleich soll das Bezirksamt bereits jetzt alle bestehenden rechtlichen Möglichkeiten prüfen, um sowohl unbrauchbare Bootswracks als auch illegal abgestellte, noch nutzbare Boote aus den Uferzonen zu entfernen.
Ebenso geprüft werden soll, ob sichergestellte, benutzungstaugliche Boote nach Ablauf der gesetzlichen Fristen möglichst an Jugend- und Sporteinrichtungen oder Schulen weitergegeben werden oder alternativ versteigert werden können, um die Erlöse gemeinnützigen Zwecken im Bereich Naturschutz oder Jugendarbeit zugutekommen zu lassen.
Die Bezirkskoalition macht damit deutlich: Die Alsterufer sind kein privater Abstellplatz, sondern ein gemeinsames Naturgut. Mit klaren Regeln, konsequentem Handeln und nachhaltigen Lösungen soll die Alster als Lebensraum und Erholungsort dauerhaft geschützt werden."
Mehr dazu hier: Drucksache - 22-1858
Die Regeln auf dem Wasser
Sollten Sie nicht alle Regeln für das Verhalten zur Nutzung der Wasserwege parat haben, hier eine kleine Hilfe in Bildform ...
Ein- & Ausstiegsstellen Wasserwege
Das Bezirksamt HH-Nord hat in zwei Übersichtskarten noch einmal markiert, wo die Zugänge zu den Wasserwegen offiziell angelegt sind: ...
Quelle: Bezirksamt HH-Nord
Stand 16.05.2022
Es geht voran! Auf Druck der Bürger*innen, dazu zählen auch unsere Bemühungen, haben sich auch die Fraktionen von SPD & GRÜNE damit beschäftigt und den Antrag "Schutz der Stadtnatur und Wassersport in Einklang bringen" am 12.05.2022 beschlossen (Drucksache /Aktenzeichen: 123.30-04/0004). Inhalt in Kürze: Verbesserung der Infrastruktur für den Wassersport. Zumindest ein erster Schritt bzw. ein Paddelschlag in die richtige Richtung, wie wir finden.
Direkt zur Drucksache 21-3446 gelangen Sie hier: Drucksache Wassersport Wildparken
Schnellansicht als Bild:
Stand 04.05.2022
Hamburg ist Wassersportstadt. Fleete, Flüsse und Seen bieten ideale Bedingungen vor der Haustür. Insbesondere während der Pandemie schafften sich viele Hamburger Wassersportgeräte wie SUP-Boards, Kanus oder Ruderboote an, um aktiv sein zu können. Das wachsende Problem: Wohin damit?
Zuhause hat man keinen Platz oder will es nicht lagern. Die bestehenden Mietsplätze bei Bootslagerungen kosten Geld oder sind ausgebucht. Öffentliche Ablageplätze sind rar gesät oder gar nicht vorhanden. Die egoistische Lösung: die unhandlichen Wassersportgeräte werden direkt am Ufer abgeladen. Man verlagert einfach sein eigenes Platzproblem in den öffentlichen Raum. Illegal.
Am Kuhmühlenteich in Uhlenhorst hat das bereits uferlose Ausmaße angenommen. Über 40 (!) Wassersportgeräte wurden dort abgeladen und liegen dort das ganze Jahr herum. Ebenso am Isebekkanal. Am Eppendorfer Mühlenteich wächst fast monatlich der bunte Boote-Halden-Berg. Dass dabei Böschungen beeinträchtigt, Uferbefestigungen heruntergetrampelt, Pflanzen zertreten, Bäume beschädigt und Brutplätze gestört werden, nimmt man ignorant in Kauf. Hauptsache, man muss das unhandliche Gerät nicht mehr zum Wasser transportieren. Bequem, oder?
Dass das Wildparken von Privatbooten eine Ordnungswidrigkeit ist, ist bekannt. Allerdings auch der Fakt, dass das Bezirksamt HH-Nord aufgrund von Personalmangel, nicht vorhandenen Transport- und Lagermöglichkeiten, nach eigener Aussage, aktuell nichts tut.
Wir appellieren an die Bootsableger: Nehmen Sie Ihre Wassersportgeräte dort weg. Parken Sie Ihr Boot wie Ihr Fahrrad, Motorrad oder Auto bei sich zuhause oder mieten Sie sich Platz zum Lagern. Handeln Sie bitte im Sinne aller und nehmen Rücksicht auf die Natur. Dankeschön.
Ebenso der Appell an die Behörde: Werden Sie endlich tätig! Mit durchgreifenden Räumaktionen und/oder dem Schaffen von öffentlichen Mietlagerplätzen und besseren Zugängen zu den Wasserwegen. Für die Gemeinschaft, für die Natur und für Hamburg. Dankeschön.
Für alle Wildparker:
Wassersport Wildparken
Möcht‘ ich mal aufs Wasser gehen,
lasse ich mein Kanu stehen
und kette es am Ufer dann
bequem und sicher am Baum an.
Pflanzen, Blumen – voll zertrampelt!
In Brutplätzen rumgehampelt,
denn ich bin ein Ignorant.
Natur? Ach was! Irrelevant!
Öffentlicher Raum für alle?
Das gilt nicht in meinem Falle!
Ich park‘ mein Bötchen weiter wild,
nichts hält mich auf, nicht mal ein Schild!
Als eingefleischter Egoist,
dem’s eigne Tun egale ist,
treff‘ ich hier auf meinesgleichen –
Wildparken als Markenzeichen.
Groß und größer wird die Halde
im Unterholz im Ufer-Walde –
der Wassersport-Wild-Park-Bereich
am Eppendorfer Mühlenteich!
Die Texte wurden zuerst im Eppendorfer Mai-Ausgabe 2022 veröffentlicht.
Texte/Fotos: C. Altstaedt
04_05_2022










